Musik für Orgel

In der letzten Ausgabe wurde ein Auszug des Booklets der CD veröffentlicht. Heute erscheint eine Kurzrezension. „Musik für Orgel“ Matthias Geuting, Orgel, mit Werken von Otte, Herchet, Kagel etc., Querstand.

Hans Otte schrieb seine „Touches“ 1965. In ihnen verarbeitet Otte allerhand zeitgenössische Spieltechniken. Die Notation schwankt zwischen konventioneller Ausführung und neuen Elementen wie Clusterspiel und Winddruckabschwächung. „Touches“ bezieht sich hier auf die unterschiedlichen „Berührungen“, mit der die Orgel gespielt wird, die von langen, sich verändernden Liegeklängen bis hin zu kurzen und harten Schlägen reichen.

Wie ein großer Monolith steht Jörg Herchets komposition 1 für Orgel Stück IV im Zentrum der CD. Raumgreifend clusterlastig entwickelt es seine eigene Qualität und ist mit 27 Minuten auch das längste Stück der Platte.

Bemerkenswert ist auch die Frühfassung von Mauricio Kagels „Improvisation ajoutée“. Das Werk ist mit Zusatzaktionen des Organisten sowie der beiden Registranten angereichert, die pfeifen, klatschen, singen und schreien. Insgesamt bietet sich ein hörenswertes Tondokument, das neuere Werke mit Klassikern der Moderne verbindet.

Dominik Susteck